MedCanG in Bewegung

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MedCanG-Update 2025: Was gerade diskutiert wird – und warum du jetzt vor allem Ruhe behalten darfst

Vielleicht hast du es in den letzten Tagen bemerkt: Rund um medizinisches Cannabis wird wieder intensiver diskutiert. Und wenn du Cannabis auf Rezept nutzt, geht es dabei nicht um politische Details, sondern um etwas sehr Konkretes: deinen Alltag, deine Stabilität, deine Versorgung.

Genau deshalb ordnen wir hier ein, was beim Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) gerade passiert – verständlich, ruhig und mit dem Blick darauf, was das für dich wirklich bedeutet.

Das Wichtigste zuerst: Es ist noch nichts beschlossen

Im Dezember 2025 gab es im Bundestag die erste Lesung zur geplanten Anpassung des MedCanG. Eine erste Lesung ist der Start in das weitere Verfahren: Danach wird der Entwurf in den Ausschüssen beraten, geprüft und häufig überarbeitet.

Für dich heißt das: Es ändert sich nicht von heute auf morgen alles. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass die aktuell maximal strenge Variante („Maximalforderung“) am Ende unverändert umgesetzt wird. Dafür gibt es zu viele offene Fragen – und es ist politisch und praktisch schwer durchsetzbar, Lösungen zu beschließen, die die Versorgung echter Patient:innen unnötig belasten.

Worum es in der Debatte im Kern geht

Wenn man die Diskussion auf das Wesentliche reduziert, drehen sich die geplanten Änderungen vor allem um drei Punkte:

  1. Arztkontakt: Wie soll die Erstverschreibung von medizinischem Cannabis künftig erfolgen?

  2. Telemedizin: Welche Rolle soll digitale Versorgung weiterhin spielen?

  3. Versorgung zu Hause: Versand, Botendienst oder Abholung – welche Wege sollen möglich sein?

Hintergrund ist der politische Wunsch, Verschreibungs- und Versorgungsprozesse stärker an medizinische Standards zu binden und Fehlentwicklungen zu begrenzen. Gleichzeitig ist eine patientengerechte Versorgung ein zentrales Gegenargument – und genau diese Balance wird jetzt verhandelt.

Was im Entwurf steht – verständlich erklärt

Auch wenn Details sich noch verändern können, werden derzeit vor allem diese Richtungen diskutiert:

  • Erstverschreibung: Ein persönlicher Kontakt zwischen dir und Ärztin/Arzt soll stärker abgesichert werden, insbesondere für die erste Verordnung.

  • Folgeverschreibungen: Regelmäßige Verlaufskontrollen sollen eine Rolle spielen – dabei steht im Raum, dass Telemedizin zwischen den persönlichen Terminen weiterhin möglich bleibt.

  • Lieferung: Der klassische Postversand von Cannabisblüten wird kritisch diskutiert. Gleichzeitig wird der Botendienst der Apotheke häufig als Versorgungsweg gesehen, der die Versorgung zu Hause weiterhin ermöglichen kann.

Kurz gesagt: Es geht nicht darum, Patient:innen „die Therapie wegzunehmen“, sondern Abläufe klarer und kontrollierter zu gestalten. Wie das am Ende konkret aussieht, ist Teil der laufenden Verhandlungen.

Wenn dich das verunsichert: Das ist nachvollziehbar

Viele Patient:innen haben lange gebraucht, bis sie eine Therapie gefunden haben, die ihnen wirklich hilft – bei Schmerzen, Schlafproblemen, Erschöpfung, neurologischen Beschwerden oder chronischem Stress. Wenn dann über strengere Regeln gesprochen wird, ist die Sorge naheliegend, dass es wieder komplizierter wird.

Wichtig ist: Wenn in der Debatte von Missbrauch gesprochen wird, bedeutet das nicht, dass du gemeint bist. Aber pauschale Diskussionen können sich so anfühlen. Uns ist dabei entscheidend: Patient:innen dürfen nicht stigmatisiert werden. Medizinisches Cannabis ist für viele Menschen eine ernsthafte Therapie – und sollte auch so behandelt werden.

Versand, Botendienst, Abholung: Warum das für dich nicht „nur Formalität“ ist

Diese Begriffe wirken technisch, machen im Alltag aber einen großen Unterschied:

  • Versand: bequem, politisch aktuell besonders umstritten.

  • Botendienst: Lieferung durch oder im Auftrag der Apotheke – oft enger an Beratung und Dokumentation angebunden.

  • Abholung: für manche unkompliziert, für andere aufgrund von Symptomen, Mobilität oder Distanz eine echte Hürde.

Wenn du für dich merkst, dass zusätzliche Wege und Organisation dich belasten würden, ist das kein „Extra-Wunsch“, sondern eine reale Versorgungsfrage: Gute Therapie muss in dein Leben passen.

Was du realistisch erwarten kannst

Ja, das MedCanG ist in Bewegung. Ja, einzelne Punkte klingen im Entwurf streng. Aber: Deine Versorgung wird nicht einfach „abgeschaltet“. Es gibt Wege, es gibt Alternativen, es gibt Möglichkeiten, die Versorgung sicher zu halten. Und wir bauen diese Möglichkeiten aktiv mit auf.

Und auch hier nochmal klar: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Maximalforderung unverändert umgesetzt wird. Das Verfahren ist genau dafür da, praxistaugliche Lösungen zu finden – und dazu gehört, dass Versorgung für Patient:innen erreichbar bleibt.

Cannalisa: Versorgung in Itzehoe und Hohenlockstedt

Wir möchten, dass du dich nicht von Diskussionen abhängig fühlen musst, sondern dich auf verlässliche Versorgung verlassen kannst. Cannalisa ist in Schleswig-Holstein an zwei Standorten für dich da:

  • Itzehoe

  • Hohenlockstedt

Das bedeutet: regionale Anlaufstellen, Beratung, Abholung – und Prozesse, die so gestaltet sind, dass sie im Alltag funktionieren.

Botendienst ab Januar: Mehr Entlastung im Alltag

Unabhängig davon, wie die Debatte ausgeht, bauen wir unsere Versorgung weiter aus: Ab Januar bieten wir zusätzlich Botenauslieferung als Service an. Damit deine Therapie nicht an Wegen, Energie oder Organisation scheitert – gerade an Tagen, an denen du ohnehin schon genug zu tragen hast.

Was du jetzt tun kannst – ohne dich zu überfordern

Du musst nicht jede Nachricht verfolgen. Wenn es dir hilft, fokussiere dich auf wenige, sinnvolle Dinge: ein stabiler ärztlicher Kontakt, normale Vorausplanung wie bei jedem Medikament und das Wissen, welche Versorgungsoption (Abholung oder Botendienst) für dich am besten passt. Und wenn dich das Thema belastet: Sprich es an – mit deiner Praxis oder mit uns.